Können KMUs mit Pokémon Go und Lockmodulen wirklich Kunden gewinnen?

In den Medien liest man derzeit rauf und runter, wie man angeblich mit Pokémon Go Kunden in sein Geschäft locken kann. Wir von SELLWERK wollten es genau wissen und haben es ausprobiert.

1. Lockmodul I: Streue ein Lockmodul in der Innenstadt in 2. Reihe, um Stadtbesucher aus der Fußgängerzone anzulocken

Um ein Lockmodul zu streuen, benötigst du einen sog. PokéStop. Das sind vorgegebene Plätze, die du nicht selbst positionieren kannst, zumindest noch nicht. Wir gehen davon aus, dass es diese Funktion früher oder später geben wird.

Um die Reichweite des Lockmoduls zu steigern, haben wir sowohl auf Facebook als auch in der App von Gelbe Seiten angekündigt, dass wir Lockmodule in der Stadt auslegen werden und auch wo. Danach haben wir einen Euro in ein Lockmodul investiert und es an einem PokéStop in 2. Reihe ausgelegt – an einem Ort, der etwas abseits liegt, aber dennoch recht gut von Passanten frequentiert wird. Ein Lockmodul funktioniert eine halbe Stunde lang und wir warteten gespannt, was passiert.

Ergebnis:

Vereinzelt hielten User an, um das Lockmodul zu nutzen. Drei Passanten auf einmal waren das Maximum, das erreicht wurde.

2. Lockmodul II: Streue ein Lockmodul an einem stark frequentierten Platz und beobachte was passiert

Für das zweite Lockmodul haben wir uns einen hochfrequentierten Platz ausgesucht und beobachtet, was passiert. In zwei nebeneinanderliegenden, sehr gut besuchten Cafés in der Fußgängerzone haben wir das Lockmodul platziert und mussten feststellen, dass weder Laufkundschaft stehen blieb, noch haben sich die Besucher der Cafés anders verhalten. Es passierte einfach nichts Ungewöhnliches.

Ergebnis:
An hochfrequentierten Orten ist man nicht der einzige, der ein Lockmodul auslegt. In Hauptbahnhofnähe konnten wir auf einmal 6 Lockmodule sehen. Somit nimmt das Interesse für den Pokémon Go User ab, jedes Modul wahrzunehmen.

3. Lockmodul III: Streue ein Lockmodul und beobachte, ob es an einem Ort, der etwas außerhalb liegt, besser funktioniert.

Wir wollten keine Möglichkeit außer Acht lassen und haben einen weiteren Ort gewählt, der etwas außerhalb liegt. Durch eine große Bushaltestelle kommen potenzielle User jedoch in unmittelbarer Nähe dort vorbei und können das Lockmodul sehen. Um die Aktion weiter zu verstärken, haben wir sowohl Facebook Werbung, als auch Werbung in der App von Gelbe Seiten im Radius 1km um diesen Standort geschalten.

Ergebnis:
Dadurch, dass dieser Ort etwas außerhalb liegt und kaum Passanten direkt beim PokéStop vorbei kommen, sondern nur in unmittelbarer Nähe an einer großen Bushaltestelle stehen, war deutlich zu sehen, dass es kein Interesse für dieses Lockmodul gab.

4. Lockmodul IV: Streue ein Lockmodul und beobachte, ob es an einem Ort, der etwas außerhalb liegt besser funktioniert, wenn du es zu einer anderen Uhrzeit nochmal probierst

Kann es wirklich sein, dass diese Möglichkeit der Werbung für KMUs überhaupt keinen Sinn macht und trotzdem alle munter darüber berichten? Bisher sieht es ganz danach aus, aufgeben wollen wir jedoch immer noch nicht so recht. Vielleicht liegt es ja an der Uhrzeit, die wir bisher gewählt haben?! Wir sind nochmal am selben Ort, an dem wir bereits das Lockmodul III ausgelegt haben, etwas außerhalb, durch eine große Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe jedoch gut besucht. Wieder schalten wir Werbung auf Facebook und in der App der Gelbe Seiten.

Ergebnis:

Auch dieses Mal konnten nicht viele Pokémon Go Spieler aufgrund eines Lockmoduls angelockt werden.

Fazit:

Während dem Aufenthalt in der Innenstadt konnten wir beobachten, dass es einige dieser Lockmodule in der Umgebung gab. Da ein Lockmodul gerade ein mal 1€ kostet und man sie sogar für das Erreichen bestimmter Level umsonst erhält, ist die Hürde sie selbst zu kaufen bzw. einzusetzen gering. Man wartet also nicht darauf bis jemand anderes das Modul kauft und auslegt. Ist man jedoch gerade in der Nähe eines Lockmoduls und sowieso auf der Jagd nach Pokémon nutzt man die Chance, um noch mehr zu finden.

Das heißt aber nicht, dass man den Hype um Pokémon Go nicht doch nutzen kann, um Kunden anzulocken. Man muss den Spielern vermutlich einfach mehr bieten als „nur“ ein Lockmodul. Wie wäre es zum Beispiel, jeden Tag einem der Teams „rot“, „blau“ oder „gelb“ einen Rabatt oder ein kleines Extra bieten? Jeder Spieler gehört einem dieser Teams an und kann seine Zugehörigkeit leicht durch das Zeigen seiner Spielfigur auf dem Smartphone nachweisen.

Manche Geschäfte gewähren auch Sonderrabatte, wenn Kunden auf der Facebook-Seite ein Foto mit einem im Laden gefangenen Pokémon posten, oder loben einen Wettbewerb für das „coolste“ Pokémon-Foto vor dem eigenen Schaufenster aus. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wir von SELLWERK bleiben weiter am Ball.
Noch mehr Ideen gibt es in dem Artikel „Mit Pokémon Go zu mehr Kunden„.

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